Amortisation & Kosten

Kosten & Kostenwahrheit

Die Kosten & Preise sind oft schwammig und unterliegen dabei regionalen und zeitlichen Schwankungen. Manchmal ist der Markt leider nicht so frei wie man sich das vorstellt. Preisvergleiche lohnen sich.
An dieser Stelle erwähnt sei, dass Jeder Verhandlungen nach seinem Gusto führt und meine Art & Weise nicht allgemein gültig sein muss.
Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, bevorzuge ich eine kooperative Art. Diese lebt von gegenseitigem Respekt, Transparenz und Ehrlichkeit. Auch in preislicher Hinsicht.

Die Preis-Details werde ich jedoch nicht veröffentlichen, aus Respekt vor den Handwerkern. Jedoch grob kann das herangezogen werden.

Da das Projekt nicht als Schlüsselfertig von einem spezifischen Unternehmer angeboten werden konnte, war ich auch von Anfang an gegen Fantasie-Pauschalen aber auch konsequenterweise gegen Fix-Preis-Angebote.
Wenn ich als Bauherr ein erhöhtes Projektrisiko trage und die Handwerker weniger, so muss sich das in der Marge widerspiegeln.
Meine Formel war:
- Stundenansätze im Vorfeld + nicht verbindliche Stunden-Schätzung -> Regelmässige Abrechnungen, sofort bei Erhalt zahlbar.
- Jegliche Dienstleistungs-Aufwände werden bezahlt
- Materialeinkaufspreise +15% = Marge des Dienstleisters.
- Verköstigung durch Bauherrn -> Kulanz bei Kilometer & Werkzeugpauschalen
Ausnahmen bilden natürlich die Regel. Es gab durchaus fixe Vereinbarungen.

Die Anlage kostete inkl. Förderungen CHF 140'936.73 - Stand Dez. 2025. (Total: auch inkl. Anzeiger-Ausgaben und Steuern der 3a-Konto Reduktion)
Das sind rund CHF 20'000.- mehr als initial geplant. 
Wert-Berichtigung für Nachahmer: Eigenleistung + Wiederholfaktor

Eigenleistung:
Eigenleistung ist oft ein heikles Thema, viele wollen sie erbringen, nicht alle können es. Ich bin und war Handwerker,  Techniker und Projektleiter - deshalb konnte ich sie erbringen. Generell muss ich aus Erfahrung mit anderen Projekten sagen, dass dies ein Projekt war, welches sehr Eigenleistungs-Feindlich ist. Es war ein sehr technisch anspruchsvolles Projekt, die handwerklichen Fähigkeiten waren stark gefragt und körperlich anstrengend.

Das Thema Eigenleistung ist auch für die Lieferanten zum Teil schwierig, weil sie die "bauseitige" Leistung im Vorfeld nicht abschätzen können. Der Modus mit der transparenten Abrechnungsweise entschärfte dies.
Grundsätzlich habe ich folgendes mitgeholfen / umgesetzt, dies müsste in einem Folgeprojekt berücksichtigt werden:

-> Projektleitung:
- Meldewesen / Förderungen / Kommunikation mit der Gemeinde/Kanton / Baugenehmigungen
- Koordination/Schnittstellen Handwerker (Klassische Bauherr-Funktion)
- Heizungsplanung (Zusammen mit Leusi & Partner)

-> Elektrik/Telematik(~8h
- Mithilfe Kabelzug Starkstromleitungen
- Kanalinstallationen
- Netzwerk- & Steuerleitungen, Kabelzug, Konfektion und Montage.
- Einbinden der Loxone ins Netzwerk

-> Steuerungsbau(~8h)
- Verdrahten Tableau Schwachstromseitig
- Detail-Konfiguration der Loxone-Steuerung (Dimensionierung, Initial-Setup & AdHoc-Schulungen durch TK Smart Comfort)

-> Steuerungs-Konfiguration (~40 - 80h (wenn das reicht))
- Funktionen abbilden, Monitoring.

-> Heizungs-Installationen(~8h)
- Mithilfe Leitungsmontage
- Organisation Solarthermie-Leitungsführung & Durchführung
- Mithilfe Isolationsarbeiten

-> Solarthermie-Panels (~24h)
- Mithilfe Unterkonstruktion auf Ziegel/Schrägdach
- Montage Panels

-> Erdsonde(~5h)
- Mithilfe bei Bohrung (einfache ungefährliche Arbeiten: Proben-Entnahme z.B.)
- Grabarbeiten von Sonde zu Haus

-> Informatik(~30h)
- Setup & Konfiguration InfluxDB & Grafana
- Setup nginx Proxy auf opnSense Firewall

Wiederholungsfaktor:
Das Projekt ist eher teuer und die Amortisation schwierig.
Wenn ich das Projekt nochmals machen würde und mein KnowHow schon vorhanden wäre. So würde aus meiner Sicht folgendes wegfallen/eingespart werden (inkl. Dienstleistungsanteil):

-> Planung / Schema
- Das Schema ist jetzt vorhanden, die mind. 20 vor-Varianten müssten nicht mehr gemacht werden. Ebenfalls die Sitzungen um dieses zu diskutieren, geschweige denn diese jeweils zu zeichnen wären obsolet.
Einsparung: ~10'000.- bis 15'000.- (nur externe Kosten, Eigenleistung nicht gerechnet (enorm))

-> Überflüssige Sensoren
- Um die 14 1-Wire-Sensoren wären nicht zwingend nötig (nur Anzeige, keine Reaktion der Steuerung darauf), Temperatur kann auch vom Wärmemengenzähler (minimal 2min Takt) oder direkt von der Wärmepumpe genommen werden. Einsparung ~3000.-

-> Konfiguration der Steuerung
- Wären die Komponenten, das Objekt und somit die Konfiguration ähnlich, so könnte diese zu einem grossen Teil übernommen werden, so könnte diese in ~8h (inkl. Überwachung) umgesetzt werden.

-> Defekter Heizkörper
Ein Heizkörper war defekt/undicht - diese ~4000.- müssten aus der Gleichung genommen werden.

Amortisation

Eine Heizung ist ein grundlegendes Gut, somit eigentlich nicht eine Investition die sich amortisieren kann. So wenig wie ein Wasser-Anschluss. Jedoch kann sich Heizung1 gegenüber Heizung2 amortisieren.
In unserem Fall eine neue Ölheizung(war im Jahr 2025 noch möglich im Kt. Solothurn) mit 2500l Heizölverbrauch pro Jahr + bestehende 30m2 Photovoltaik   VS   "Prölss-System"
Denkbar wäre natürlich auch der Vergleich zu einer Wärmepumpe ab Stange (Erdsonde oder Luft-Wasser)

Glaskugel: Die Strom- und Heizölkosten verändern sich stetig - alle Voraussagen sind und bleiben Spekulation. Dennoch gibt es Tendenzen welche sich bilden / bleiben:

- Inflation -> Je Inflation, desto teurer die Energie. Trifft Öl- wie auch Strompreise aber auch Pellets und Gas. Wer die Energie teilweise selbst für sich herstellen kann ist im Vorteil.

- Die Energieherstellung wird unsteter, eine Speicherung/Glättung wird nötig sein. Tageweise, Saisonweise. In der Schweiz werden überall "Smart-Meter" verbaut - für die Kunden sollen diese eine bessere Übersicht möglich werden. im Grunde geht es jedoch wohl darum einen Stunden-,Viertelstunden- oder gar Minutenpreis zu ermöglichen. Entweder muss Speicherleistung erbracht werden (intern oder extern) und/oder der Verbrauch gesteuert werden können.

Mein System kam teurer als erwartet, trotz enormer Eigenleistung.
Eine Amortisation unter jetzigen Bedingungen ist auch nach 30 Jahren unmöglich. Leider.
Anbei unten mein Excel (LibreOffice-Dok) zur Berechnung. "Rentabilität_EnergieBilanz.xlsx"
Wichtigste Werte (Defaultwerte): 
- Strompreis Einkauf  (27 Rp.)
- Ölpreis (1.- CHF / Liter)
- JAZ/COP (4.5)
- Solarer Deckungsgrad Elektrizität (0.4)

Mit diesen Werten (Schweizweite Durchschnittswerte Stand Dez. 2025) ergibt sich auch nach 30 Jahren keine Amortisation gegenüber der neuen Ölheizung. (20 Jahre -48'840.-, 30 Jahre -17'291) -> Sie beträgt 35.48 Jahre. Man beachte: ein grosser Teil der Amortisierung ist das Fehlen eines Service-Abos und das fehlen des Kaminfegers. Da ich die Anlage kenne, kann ich das auch vertreten - das muss aber berücksichtigt werden.

Ändert man die Werte jedoch, z.B.:
- Strompreis Einkauf (40 Rp.)  (Energiekosten +50%)
- Ölpreis (1.50 CHF / Liter) (Energiekosten +50%)
- JAZ/COP (4.7)
- Solarer Deckungsgrad Elektrizität (0.5)

So beträgt die Amortisation gegenüber der Ölheizung nur noch 25.42 Jahre.
Somit wird klar, dass die Eigenverbrauchsoptimierung und die Effizienzsteigerung eine hohe Priorität haben.
Ich spekuliere somit auf die Inflation und höhere und volatile Energiepreise. Steigen diese, so ist das System schneller amortisiert.

Die nicht monetären Vorteile sind (gegenüber der Öl-Heizung):
- Das System ist in sich geschlossen (Erdsonden-Bilanz) - ausser externem Energieeinkauf im Winter
- Die Einzelteile sind austauschbar. (Speicher(nahezu unmöglich) und Steuerung am schwierigsten)
- FreeCooling / Kühlung des Gebäudes im Sommer
- CO2-Neutral betreibbar (Insofern Winter-Strom CO2-Neutral)

Die nicht evtl. monetären Nachteile sind:
- Komplexität

Der voraussichtliche Wartungsaufwand ist mir noch nicht ganz klar, die Ölheizung hatte z.B. den Brenner als Verschleissteil usw. - was verschleisst bei meinem System? Die Wärmepumpe wohl am ehesten. Die Solarthermie muss auch geprüft werden(Aussen-Infrastruktur).

Förderungen und Behördengänge

Die Behördengänge sind nicht zu unterschätzen, auch deren Kosten für die Bewilligung, Veröffentlichung etc. läppern sich zusammen.
Wir haben 19'862.- an Fördergeldern erhalten(zu versteuern). Die direkten und indirekten Massnahmen zur Erfüllung der Förderung von ~6000.-. So bleiben immer noch Netto rund 8000.-. Der Löwenanteil fällt dabei auf die Leitungsisolation - welche auch ohne Förderung nicht komplett weggelassen werden kann(Zuleitung Erdsonde, Heizleitungsführung Garage).

Meine Erfahrung mit den Behörden & Regulatoren (Gemeinde, Kanton(Amt für Umwelt, Amt für Wirtschaft), Elektrizitätswerk, FWS(Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz)) ist durchaus positiv. Die Telefonleitungen sind besetzt oder es wird zurückgerufen. Die Leute kompetent und auch willig einem zu helfen(auch bei Leihen wie mir).
Die Auszahlung(sofern bestätigt) erfolgt auch zügig.

Gerade die Bedingungen der FWS (In meinem Fall eine Einzelfreigabe) zwangen mich ein weiteres Mal zur Reflexion des Projektes - welches schlussendlich von Vorteil war. (3-Punkte-Einbindung). Der FWS-Planer brachte viele Punkte, welche schlussendlich ins Konzept zu einem späten Zeitpunkt dennoch einflossen.